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Veranstaltungstermine aktuell

Sonntag, 1. März 2026 | 14:30 Uhr

Zwangsarbeitende aus Frankreich in Südniedersachsen

Eine Führung durch die Ausstellung

Mit Sybille Schröder, Göttingen

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Im Zweiten Weltkrieg mussten Hunderttausende Menschen aus Frankreich in Deutschland Zwangsarbeit leisten. Anfangs waren es Kriegsgefangene, dann Zivilist*innen, die zum Teil jahrgangsweise über den eigens geschaffenen „Service du travail obligatoire“ (STO) zum Arbeitseinsatz im Reich verpflichtet wurden. Auch Menschen, die aufgrund der NS-Ideologie verfolgt oder als Mitglieder des Widerstands verhaftet wurden, wurden in Konzentrationslagern zur Arbeit gezwungen. In Südniedersachsen kamen Zwangsarbeitende aus Frankreich zum Beispiel in der Rüstungswirtschaft, bei der Reichsbahn, im Handwerk und in Steinbrüchen zum Einsatz.

Die Führung gibt zunächst einen Überblick über die politische und wirtschaftliche Lage während des Zweiten Weltkrieges in Frankreich. Sie stellt dar, wie die deutsche Besatzungsherrschaft bei der Zwangsrekrutierung von Arbeitskräften vorging und welche Rolle das mit Deutschland kollaborierende Vichy-Regime dabei spielte. Im Mittelpunkt aber stehen Menschen aus Frankreich, die in Südniedersachsen Zwangsarbeit leisten mussten, ihre Einsatzorte und ihre Arbeits- und Lebensbedingungen. Auch die Zeit nach 1945 wird in den Blick genommen. Die Führung geht dabei über das hinaus, was in der Ausstellung bereits an Informationen zu diesem Thema zu finden ist.

 

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Edouard Violay gehörte zu der Gruppe französischer SNCF-Arbeiter, die in Leinefelde und Hedemünden arbeiten musste. Er war 21 Jahre alt, als er aus seiner Heimat nach Leinefelde kam, hatte keine abgeschlossene Ausbildung und beherrschte die deutsche Sprache nicht.

Quelle:Stefan Schäfer, Hann. Münden

 

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Für Besucher*innen ist die Ausstellung außerdem von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“