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Veranstaltungstermine aktuell

Mittwoch, 23. September 2026 | 17:00 Uhr

Zwangsarbeit und antislawischer Rassismus

Eine Führung durch die Ausstellung im Rahmen der Interkulturelle Woche 2026

mit Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Die Bedingungen, unter denen die von Nazi-Deutschland ausgebeuteten Zwangsarbeitenden zu überleben versuchten, hingen von der Einordnung in die hierarchischen Rassevorstellungen der Nationalsozialisten, dem rechtlichen Status und dem Geschlecht ab. Für zivile Zwangsarbeitende aus Polen und der Sowjetunion, Ländern also, auf die die Nazis einen kolonialrassistischen Blick hatten, galten diskriminierende Sonderregelungen einschließlich einer Kennzeichnungspflicht.

0951_grSchon im 19. Jahrhundert wurde in pseudowissenschaftlichen Diskursen die „Rasse“ der „Slawen“ konstruiert. Sie galt als unterentwickelt und primitiv. Die Nationalsozialisten schufen dann das Bild des „Slawischen Untermenschen“, der dem deutschen Volk dienen sollte. Brutale Konsequenz dieses Rassismus: Ermordung, Vertreibung, Zwangsarbeit.

Die Führung erzählt von der Bedeutung der antislawischen Sonderregelungen für die Menschen und gibt einen kurzen Überblick über die Kontinuität des antislawischen Rassismus bis in die Gegenwart.

 

Leokadia Adamkiewicz, »Ostarbeiterin« Nr. 8207 bei den Polte-Werken Duderstadt. Das Bild wurde bei ihrer Ankunft im Lager im April 1942 gemacht. Damals war sie 16 Jahre alt.
Quelle: Leokadia Adamkiewicz, Łuczyce

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“

Sonntag, 4. Oktober 2026 | 14:30 Uhr

NS-Zwangsarbeit in Südniedersachsen

Eine Führung durch die Ausstellung

mit Arndt Kohlmann, Mitarbeiter der Ausstellung

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Im Zweiten Weltkrieg waren zur Arbeit gezwungene Ausländer*innen in praktisch jedem Bereich der deutschen Kriegswirtschaft tätig. Sie waren überall in den Städten und Dörfern präsent und schwebten in ständiger Gefahr. Diese Führung gibt einen Überblick, wie das in der Region aussah. Sie geht auf die Lebenswege einzelner Zwangsarbeitender ein, beleuchtet Zwangs-Arbeitsplätze in Südniedersachsen, erklärt den Zusammenhang zwischen Zwangsarbeit und NS-Ideologie und stellt die verschiedenen europäischen Perspektiven auf dieses Verbrechen dar.

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Einblick in die Ausstellung. Foto: Franziska Senkel

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Für Einzelbesucher*innen ist die Ausstellung außerdem von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“

Samstag, 24. Oktober 2026 | 12:00 - 16:30 Uhr

Suche nach Gerechtigkeit | NS-Zwangsarbeit vor Gericht

Ein Workshop im Rahmen der O-Phase des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Etwa 13,5 Millionen Menschen müssen während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit in Nazi-Deutschland leisten. Menschen aus den Gebieten der Sowjetunion und aus Polen leiden dabei unter besonders schweren Arbeits- und Lebensbedingungen, für sie gelten rassistische Sondergesetze. Nach dem Krieg wird die zivile Zwangsarbeit im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess als „Sklavenarbeit“ definiert. Die Anklage benennt sie als ein zentrales Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten. Doch schon bald darauf gerät dieses Verbrechen in Vergessenheit. Die Täter*innen werden im Regelfall nicht bestraft. Der Workshop befasst sich mit einem der wenigen Gerichtsverfahren, in denen Deutsche für die Behandlung ziviler Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener in einem südniedersächsischen Betrieb zur Verantwortung gezogen wurden. In dem vierstündigen Workshop erhalten die Teilnehmer*innen die Möglichkeit die Reproduktion einer bislang unveröffentlichten Akte intensiv zu analysieren.

In dem Workshop können (angehende) Geschichtsstudierende die Arbeit mit Quellen zu einem lokalhistorischen Thema kennenlernen.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder Instagram @aufderspur_goe

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Diese Akten enthalten die historischen Dokumente für den Workshop ‚Auf der Suche nach Gerechtigkeit – Eine Rekonstruktion. NS-Zwangsarbeit vor Gericht: Wie Täter aus Südniedersachsen in Polen zur Rechenschaft gezogen wurden.' Foto: Arndt Kohlmann, 2024

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“

Sonntag, 1. November 2026 | 14:30 Uhr

„Wir waren Sklaven ohne Rechte. Uns konnten sie schlagen und hungern lassen.“ Zwangsarbeitende aus der Sowjetunion in Südniedersachsen

Eine Führung durch die Ausstellung

mit Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Das Zitat in der Überschrift stammt von Nikolai Timofejewitsch Subanj, der im September 1942 als 17-Jähriger aus der Ukraine nach Güntersen bei Göttingen zur Zwangsarbeit verschleppt wurde. Er war einer von mehr als 2,7 Millionen Menschen aus der damaligen Sowjetunion, die zwischen 1941 und 1944 im Deutschen Reich Zwangsarbeit leisten mussten. Die meisten kamen wie er aus der Ukraine.

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 radikalisierte sich die Zwangsarbeiter*innen-Politik des NS-Regimes. Den Nationalsozialisten war klar geworden, dass von einem „Blitzkrieg“ keine Rede mehr sein konnte: Der Krieg würde wesentlich länger dauern als geplant. Um die (Kriegs-)Wirtschaft in Deutschland aufrechtzuerhalten, würden deshalb wesentlich mehr Zwangsarbeitende gebraucht. Ende Oktober 1941, also vor 85 Jahren, stimmte Adolf Hitler dem massenhaften Arbeitseinsatz von sowjetischen Kriegsgefangenen und Zivilist*innen im Deutschen Reich zu. Zuvor hatte er aus rassistischen Gründen massive Vorbehalte, Menschen aus der Sowjetunion im Deutschen Reich einzusetzen.

Ganze Dörfer wurden verschleppt, es kam zu groß angelegten Menschenjagden. Für die sogenannten „Ostarbeiter“ – etwa die Hälfte waren Frauen – galten diskriminierende Sonderregelungen und eine Kennzeichnungspflicht.

Im Mittelpunkt der Führung stehen sowjetische Zwangsarbeitende, die in südniedersächsischen Betrieben arbeiten mussten. Anhand ihrer Geschichten wird gezeigt, wie im Zuge des deutschen Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion Millionen von Menschen ins Deutsche Reich verschleppt wurden – und was das für die Betroffenen bedeutete.

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Sowjetische Zwangsarbeitende auf dem Weg zur Bahnstation Jankowo.
Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-J22099, Fotograf: Krombach, März 1943

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Für Einzelbesucher*innen ist die Ausstellung außerdem von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“

Donnerstag, 12. November 2026 | 18:00 Uhr

NS-Zwangsarbeit in Südniedersachsen

Eine Führung durch die Ausstellung im Rahmen der Alternativen O-Phase

Mit Arndt Kohlmann, Mitarbeiter der Ausstellung

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Im Zweiten Weltkrieg waren zur Arbeit gezwungene Ausländer*innen in praktisch jedem Bereich der deutschen Kriegswirtschaft tätig. Sie waren überall in den Städten und Dörfern präsent und schwebten in ständiger Gefahr. Diese Führung gibt einen Überblick, wie das in der Region aussah. Sie geht auf die Lebenswege einzelner Zwangsarbeitender ein, beleuchtet Zwangs-Arbeitsplätze in Südniedersachsen, erklärt den Zusammenhang zwischen Zwangsarbeit und NS-Ideologie und stellt die verschiedenen europäischen Perspektiven auf dieses Verbrechen dar.

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Einblick in die Ausstellung. Foto: Franziska Senkel

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“

Sonntag, 6. Dezember 2026 | 14:30 Uhr

Vor 85 Jahren: Die „Polenstrafrechtsverordnung“ verschärft die Entrechtung polnischer Zwangsarbeitender

Eine Führung durch die Ausstellung

 Mit Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung

Ort: Ausstellungsraum, Godehardstraße 11, Göttingen

Am 4. Dezember 1941 wurde die sogenannte Polenstrafrechtsverordnung erlassen, eine Sonderstrafregelung, die polnische Staatsangehörige in Deutschland und in den deutsch-besetzten Gebieten in Polen völlig rechtlos werden ließ. Schon für kleinere Straftaten wurden sie zum Tode verurteilt.

0411_Flugblatt_Pole_grNach 1945 wurde diese Verordnung in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit eingestuft. Ein bekanntes Opfer ist Walerian Wróbel. Er wurde mit 15 Jahren aus Polen zur Zwangsarbeit nach Bremen verschleppt und mit 17 Jahren nach der Polenstrafrechtsverordnung im KZ Neuengamme hingerichtet.

Die Führung greift das Datum des Inkrafttretens der Verordnung auf, um die Situation von polnischen Zwangsarbeitenden sowohl in den besetzten Gebieten als auch im Deutschen Reich zu beleuchten. Es werden Erlasse und Verordnungen vorgestellt, die sich vor dem Hintergrund der rassistischen Vorstellungen der Nazis gerade gegen polnische Staatsbürger*innen richteten. Der Schwerpunkt der Führung liegt aber auf den Biografien von Menschen, die aus Polen in die Region Südniedersachsen zur Zwangsarbeit verschleppt worden sind.

 

 

Ein an Deutsche adressiertes Flugblatt, das vor Kontakt zu Polen warnt, Datum unbekannt.
Quelle: Fundacja Polsko-Niemiecki Pojednanie (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung)

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.
Für Besucher*innen ist die Ausstellung außerdem von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e. V. und der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“