Textgröße:  A   A+   A++

Veranstaltungstermine aktuell

Montag, 30. Januar 2023, 14:00 Uhr

Geschichte Göttingens im Nationalsozialismus | Ein Stadtteilrundgang

Mit Frauke Klinge und Jörg Janßen, Historiker*innen, Geschichtswerkstatt Göttingen

Treffpunkt vor der Aula am Wilhelmsplatz

Mit diesem Stadtrundgang möchte die Geschichtswerkstatt Göttingen einen Einblick in den Alltag der Göttinger Bevölkerung zur Zeit des Nationalsozialismus vermitteln. Anhand von ausgewählten Themen richten wir den Blick nicht nur auf die Opfer von Entrechtung, Verfolgung und Deportation, sondern auch auf die Täter und Täterinnen vor Ort. Stationen des Rundgangs werden u.a. die Göttinger Universität im Nationalsozialismus, die Situation an den Schulen, die Bedeutung der NS-Zwangsarbeit und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung sein.

Theaterplatz 11_Deutsches Theater_NS Zeit Hakenkreuzfahnen_klein
Theaterplatz 11, Deutsches Theater in der NS-Zeit
Fotorechte: Städtisches Museum Göttingen

Der Rundgang ist frei, um eine Spende wird gebeten.

 Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.

Sonntag, 5. Februar 2023 | 14:00 Uhr

NS-Zwangsarbeit in Südniedersachsen | Eine Führung durch die Ausstellung

mit Günther Siedbürger, Kulturwissenschaftler, Göttingen

Ort: Ausstellungsraum „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945", Godehardstraße 11, Göttingen

Anhand der Lebensgeschichten ausgewählter Personen, die im 2. Weltkrieg Zwangsarbeit in der Region leisten mussten, führt der Co-Kurator Günther Siedbürger durch die Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“. Zwangsarbeit war das nationalsozialistische Unrecht, das die größte Anzahl an Menschen traf. Die Ausstellung zeigt die Orte in der Region, an denen Zwangsarbeit stattfand, und beleuchtet die Lebensbedingungen der Menschen, die sie leisten mussten. Die Überblicksführung geht auf die Lebenswege einzelner Zwangsarbeitender ein und diskutiert auch den Umgang mit dem Thema nach dem Krieg aus den verschiedenen europäischen Perspektiven.

 Einblick_Ausstellung_Senkel
Ein Blick in die Ausstellung (Foto: Franziska Senkel)

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Darüber hinaus hat die Ausstellung am 5. Februar 2023 von 14:00 - 17:00 Uhr für Einzelbesucher*innen geöffnet.

Sonntag, 5. März 2023 | 14:00 Uhr

Zum Internationalen Frauen*-Kampftag: NS-Zwangsarbeit und die Kategorie Geschlecht | Eine Führung durch die Ausstellung

mit Annegrit Berghoff, Mitarbeiterin der Ausstellung

Ort: Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“, Godehardstraße 11, Göttingen

Bis zu 20 Millionen Menschen mussten während des zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit für das nationalsozialistische Deutschland leisten, als zivile Zwangsarbeitende, als Kriegsgefangene, als Lagerhäftlinge. Die Mehrheit von ihnen waren Männer, doch der Anteil der Frauen stieg im Laufe des Kriegs immer weiter an. Im August 1944 gab es etwa sechs Millionen zivile Zwangsarbeitende im „Deutschen Reich“, überwiegend verschleppt aus Polen und der Sowjetunion. Mehr als ein Drittel von ihnen waren Frauen. Für ihre Lebensbedingungen und Überlebenschancen spielte neben ihrer Position in der nationalsozialistischen „Rassenhierarchie“ auch das Geschlecht eine entscheidende Rolle.
Anlässlich des internationalen Frauen*- Kampftages am 8. März widmet sich die Ausstellungsführung der Frage, welche Bedeutung die Kategorie Geschlecht bei der NS-Zwangsarbeit hatte. Aufgezeigt wird das nicht nur durch eine Analyse des Zwangsarbeitssystems und seiner Veränderungen, sondern auch ganz konkret anhand der Biografien von Frauen, die in Südniedersachsen zur Arbeit gezwungen wurden.

1082_gr
Anweisung zur Durchführung von Schwangerschaftsunterbrechungen bei »Ostarbeiterinnen« im Regierungsbezirk Hildesheim. Landräte, Oberbürgermeister und Gesundheitsämter waren an dieser rassistisch und ökonomisch motivierten Praxis beteiligt.
(Quelle: Kreisarchiv Göttingen, LK DUD 102)

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Darüber hinaus hat die Ausstellung am 5. März 2023 von 14:00 - 17:00 Uhr für Einzelbesucher*innen geöffnet.

Sonntag, 7. Mai 2023 | 14:00 Uhr

Kinder und Jugendliche in der NS-Zwangsarbeit | Eine Führung durch die Ausstellung

mit Tabea Hildebrandt, Geschichtsstudentin

Ort: Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“, Godehardstraße 11, Göttingen

Viele der Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs in der Region Zwangsarbeit leisten mussten, waren noch sehr jung. Einige waren Jugendliche oder sogar Kinder. In dieser thematischen Ausstellungsführung werden fünf Zwangsarbeitende vorgestellt, die erst zwischen fünf und 21 Jahren alt waren, als sie in Polen, der Sowjetunion, den Niederlanden oder Italien von Wehrmachtssoldaten aus ihren Heimatdörfern entführt und nach Südniedersachsen deportiert wurden. Wie sah ihr Leben in der Zwangsarbeit aus? Welche rassistischen Gesetze und Vorurteile bestimmten ihre Überlebenschancen und Handlungsstrategien? Wie empfanden sie ihre Befreiung 1945 und welche Spielräume hatten sie danach, ihr Leben zu gestalten?

1133_gr
Henryk Łytka, polnisches Zwangsarbeiterkind, kurz nach seinem sechsten Geburtstag mit einem deutschen Mädchen in Reiffenhausen (1942). Herr Lytka erinnert sich:
»Ich wurde misshandelt, insbesondere durch die Jugend, die in der Hitlerjugend vereinigt war. Ich wurde von ihnen geschlagen und mit Steinen beworfen. Ich habe noch Narben auf dem Kopf. Eines Tages hat mich ein Hahn angegriffen und fing an, mich zu stechen und zu beißen. Eine alte Frau, die das sah, hat in die Hände geklatscht und schrie: ›Schweine, polnische Kinder!‹«.
Quelle: Henryk Łytka, Choszczno

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Darüber hinaus hat die Ausstellung am 7. Mai 2023 von 14:00 - 17:00 Uhr für Einzelbesucher*innen geöffnet.

Sonntag, 4. Juni 2023 | 14:00 Uhr

Wie Sklaven behandelt. Italienische Gefangene in Südniedersachsen | Eine Führung durch die Ausstellung

mit Sarah Könecke, Soziologin

Ort: Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945“, Godehardstraße 11, Göttingen

Die Zwangsarbeitenden, die im Zweiten Weltkrieg in Südniedersachsen leben und arbeiten mussten, kamen aus allen Teilen Europas – auch aus Italien. Nach dem Sturz Mussolinis 1943 machte die deutsche Wehrmacht die italienischen Truppen handlungsunfähig. Ein Großteil der gefangenen Soldaten weigerte sich, an der Seite der Nationalsozialisten und Faschisten zu kämpfen. 700.000 Kriegsgefangene wurden als „Italienische Militärinternierte" (IMI) deklariert und hunderttausend Zivilisten gerieten durch Razzien in Gefangenschaft. Der allergrößte Teil wurde nach Deutschland zur Zwangsarbeit deportiert.
Was Zwangsarbeit für sie bedeutete, macht diese thematische Ausstellungsführung am Beispiel der Lebensgeschichten zweier Italiener deutlich. Erzählt wird von den Tätigkeiten, die sie verrichten mussten, von den Lagern, in denen sie untergebracht waren, und von den Gefahren, denen sie ausgesetzt waren. Berichtet wird aber auch über ihr Leben vor der Verschleppung und über die Art und Weise, wie sie nach der Befreiung mit ihren Erfahrungen umgingen.

0653_innen_gr
Werksausweis der Otto-Schickert-Werke für Sisto Quaranta (Innenansicht).
Quelle: Sisto Quaranta, Rom/ Istituto di Storia Contemporanea »Perretta«, Como

Der Eintritt zur Ausstellung und zur Führung ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Darüber hinaus hat die Ausstellung am 4. Juni 2023 von 14:00 - 17:00 Uhr für Einzelbesucher*innen geöffnet.