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Das Italienerlager auf dem Pfingstanger in Hilkerode

Im Eichsfeldort Hilkerode existierte ein Italienerlager, dessen Insassen im Nachbarort Rhumspringe auf der Baustelle der Otto-Schickert-Werke arbeiten mussten. Das Lager beherbergte in erster Linie das Arbeitskommando (Ako) 6008 Rhumspringe, das aus durchschnittlich 450 »Italienischen Militärinternierten« bestand, die im August 1944 zu »Zivilarbeitern« erklärt und teilweise an andere Arbeitsplätze versetzt wurden. Ako 6008 war eines von über 1.000 Arbeitskommandos, die dem Mannschaftsstammlager (Stalag) XI B in Fallingbostel zugeordnet waren.

Die Kontrolle der IMI auf der Baustelle der Schickertwerke besorgten »Werkschützen« unter Aufsicht der Gestapo, während das Lager auf dem Hilkeröder Pfingstanger von Wehrmachtssoldaten der 3. Kompanie des Landeschützenbataillons 719 in Einbeck bzw. Göttingen bewacht wurde. Im August 1944 wurden die Wehrmachtswachen gegen zivile Wachleute ausgetauscht. Im Dezember 1944 kamen etwa 100 italienische Widerstandskämpfer zusätzlich ins Lager Hilkerode.

Das Lager bestand aus vier Holzbaracken, die mit einer Doppelreihe Stacheldraht umzäunt und so von einem bereits seit längerem existierenden Barackenlager für niederländische und belgische Zivilarbeiter separiert waren.

Die völlig unzulängliche Ausstattung führte zusammen mit der geringen Nahrung und der harten körperlichen Arbeit zu starker Krankheitsanfälligkeit der Italiener. Häufige körperliche Misshandlungen und Strafen auf der Baustelle und im Lager taten ein Übriges, den Italienern das Überleben schwer zu machen. Mindestens 51 Italiener aus dem Ako 6008 starben in Deutschland.

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Carmine Picariello aus dem Arbeitskommando 6008 Rhumspringe war bei seiner Gefangennahme im September 1943 ein gesunder Mann. Im Dezember 1944 starb er im Lagerlazarett Bergen-Belsen an offener Lungentuberkulose:
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Quelle: Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, Celle/ Deutsche Dienststelle, Berlin


Quelle:
Nachlass Giuseppe Chiampo, Padova


Quelle:
Nachlass Giuseppe Chiampo, Padova