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Vermittlungsangebote für Schulklassen und Jugendgruppen

Alle Gruppen erhalten eine Einführung in die Ausstellung | ca. 10 Minuten.

Für Schulklassen und Jugendgruppen ist eine Anmeldung vor dem Besuch der Ausstellung erforderlich!
Bitte per Mail an info(at)zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder telefonisch unter 0551 / 29 34 69 01

 

 

Für den Kurzbesuch

 

 

 Erkundungstour: Jugendliche führen Jugendliche

Frontalunterricht ist langweilig.

In der Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit" gibt es für Schulklassen und Jugendgruppen deshalb keine klassischen Ausstellungsführungen. Bei uns gehen junge Besucher*innen selbst auf „Erkundungstour" und zeigen und erklären sich anschließend gegenseitig die Ausstellung – interaktiv und persönlich.Das funktioniert ganz einfach: Nach einer kurzen thematischen Einführung durch pädagogische Betreuer*innen der Ausstellung werden die Jugendlichen in Kleingruppen aufgeteilt. Sie bekommen jeweils ein Bild, das sie in der Ausstellung finden müssen, sowie drei dazu passende offene Fragen. Jede Gruppe erschließt sich damit einen Teilaspekt des Themas und berichtet beim anschließenden Ausstellungsrundgang den anderen darüber. Natürlich werden die Jugendlichen sowohl bei der Erkundung als auch bei der Präsentation von den entsprechend geschulten Mitarbeiter*innen der Ausstellung begleitet und unterstützt. Zum Abschluss bekommen alle Teilnehmenden einen Ausstellungskatalog.

Angeboten werden zwei verschiedene „Erkundungstouren": Bei der biografischen Erkundung gilt es, die individuelle Geschichte einzelner Zwangsarbeitender zu erfahren und vorzustellen. Das ermöglicht einen persönlichen Zugang zum Thema. Gleichzeitig entsteht durch die unterschiedlichen Herkunftsländer und Einsatzbereiche der Menschen ein facettenreiches Bild der NS-Zwangsarbeit. Bei der thematischen Erkundung beschäftigen sich die Kleingruppen mit jeweils einer der Ausstellungsstationen „Eisenbahn", „Auf dem Land", „In der Stadt", „Industrie" und „Ein Leben in Gefahr". Auch hier orientiert sich die Auswahl daran, die Vielgestaltigkeit und Allgegenwart der Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland deutlich zu machen.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Dauer: etwa 90 Minuten
Kosten: 50 € pro Gruppe (inkl. einem Ausstellungskatalog pro Person)
Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir diesen Workshop bis Ende 2021 für Schulklassen und Jugendgruppen kostenlos an.

 

 

 

Mehr Zeit für aktives Lernen

 

 

Geschichte erforschen mit dem Museumskoffer

Für den Besuch von Schulklassen und Jugendgruppen wird besonders das Programm „Museumskoffer" empfohlen: Es kombiniert spielerische, die Neugier weckende Elemente mit einer aktiven und intensiven historischen Auseinandersetzung. Die Jugendlichen werden dabei in die Rolle von Geschichtsforscher*innen versetzt, die der Bedeutung von Gegenständen, Fotos und Dokumenten zur NS-Zwangsarbeit mithilfe der Ausstellung auf die Spur kommen. Da die Aufgaben durchaus anspruchsvoll sind, sollten die Teilnehmer*innen nicht zu jung sein und nach Möglichkeit historische Vorkenntnisse mitbringen.

Der Ablauf: Nach einer kurzen inhaltlichen Einführung werden die Teilnehmer*innen in Kleingruppen aufgeteilt, die jeweils einen von zehn verschiedenen Museumskoffern erforschen. Jeder dieser Koffer steht für ein Teilthema der Ausstellung – etwa Anwerbung und Gefangenschaft, Deportationen, Überleben im Alltag oder Zwangsarbeitende aus verschiedenen Ländern – und enthält eine Reihe von Gegenständen, deren Bedeutung zu entschlüsseln ist. Darunter sind Fotos und Dokumente, aber auch dreidimensionale Objekte, die symbolisch auf das Thema hindeuten, wie etwa Holzschuhe, ein Getreidesack oder eine Viehpeitsche.

Mit Hilfe eines als Karte gestalteten Ausstellungswegweiser ermitteln die Jugendlichen, was es mit diesen Dingen auf sich hat, und nutzen dabei alle Elemente der Ausstellung, einschließlich der Zeitzeug*innen-Interviews in den Multimedia-Stationen und der interaktiven Landkarte, auf der Orte der Zwangsarbeit in der Region verzeichnet sind. An Spielkarten erinnernde „Aktionskarten" mit Fragen helfen ihnen dabei, das Erforschte zu strukturieren. Am Ende präsentiert jede Kleingruppe ihre Ergebnisse. Der gesamte Prozess wird von Mitarbeiter*innen der Ausstellung pädagogisch begleitet.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: erwünscht
Dauer: etwa drei oder vier Stunden mit Pausen (Workshop kann zeitlich angepasst werden)
Kosten: 50 € pro Gruppe (inkl. einem Ausstellungskatalog pro Person)
Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir diesen Workshop bis Ende 2021 für Schulklassen und Jugendgruppen kostenlos an.

 

Propaganda zur Zwangsarbeit

Der Workshop Propaganda zur Zwangsarbeit fußt vorwiegend auf visuellen Quellen: Propaganda-Materialien der Nationalsozialisten zur Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg – z. B. Erlasse, Plakate, Aushänge, Fotografien. Diese sind leicht zu erfassen und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für Interpretationen und Diskussionen. Die Arbeit mit den Materialien steht im Vordergrund: das Entschlüsseln und Einordnen ihrer Symbolsprache, die Farb- und Wortwahl, die zentralen Begriffe.

In einem dynamischen World Café wechseln die Teilnehmenden von Station zu Station, so dass jede*r jede Quelle betrachten und bewerten kann. Leitfragen helfen den Jugendlichen, sich den Materialien zu nähern. Warum taten die Nationalsozialisten so, als handle es sich bei der Zwangsarbeit um eine Beschäftigung wie jede andere auch? In welchen propagandistischen Rahmen stellte das NS-Regime die Verschleppung so vieler Menschen? An wen genau richtete sich die Propaganda? Und verfing sie überhaupt?

Die Quellenanalysen erlauben Rückschlüsse auf die rassistische Ideologie der Nationalsozialisten. Der Workshop schließt mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: erwünscht
Dauer: etwa 3,5 Stunden mit Pausen
Kosten: 50 € pro Gruppe (inkl. einem Ausstellungskatalog pro Person)
Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir diesen Workshop bis Ende 2021 für Schulklassen und Jugendgruppen kostenlos an.

 

Anecken, ausgrenzen, aufräumen: Strategien des jungen Rechtsaußenspektrums

Die extreme Rechte hat eine lange Tradition, gleichzeitig wandeln sich ihre Ausdrucksformen. Junge Rechtsextreme organisieren sich in neuartigen Bewegungen und bedienen sich eines kreativ-hippen, junge Menschen ansprechenden Stils. Mit welchen Strategien werben junge Rechtsextreme heutzutage für ihre menschenverachtenden Ideologien? Welche rhetorischen Mittel setzen sie ein, um ihre Positionen unter jungen Menschen zu verbreiten? Gemeinsam suchen wir nach Antworten auf diese und ähnliche Fragen.

Der Workshop untersucht vier Organisationen aus dem Rechtsaußenspektrum. Neben den jeweiligen Ideologien steht vor allem deren Vermittlung im Fokus unseres Angebots. Anhand zahlreicher Beispiele wird deutlich, wie geschickt junge Rechtsextreme ihre Inhalte platzieren, offline und online auf sich aufmerksam machen. Einige Memes, Blogbeiträge und Slogans sind zunächst schwer einer Rechtsaußenszene zuzuordnen. Die Teilnehmenden widmen sich der Entschlüsselung und Kontextualisierung sehr rechter Diskursbeiträge. Ziel ist es, zukünftig sensibilisiert auf jungrechte Provokation und Agitation zu reagieren. Wer meint, Rechtsaußenakteure nur an plumpen Parolen erkennen zu können, unterschätzt die Gefahr, die der demokratischen Gesellschaft von ganz rechts droht.

Zunächst fragen wir nach scheinbar selbstverständlichen Begriffen: wer ist eigentlich ‚rechts' und was bedeutet das genau? Was heißt eigentlich ‚rechtsextrem'? Mit Hilfe von Bild- und Videoanalysen versuchen wir, den Strategien junger Rechtsaußenvordenker*innen auf die Schliche zu kommen. Wir diskutieren Szenarien, die in der Zivilgesellschaft keine Seltenheit mehr sind: Rechtsaußenakteure entern Sportvereine, Elternbeiräte und Firmenvorstände, verbreiten ihre Ansichten in Belegschaften und Betrieben.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: hilfreich, aber nicht erforderlich
Dauer: etwa sechs Stunden mit Pausen
Kosten: 50 € pro Gruppe
Aufgrund der Corona-Pandemie bieten wir diesen Workshop bis Ende 2021 für Schulklassen und Jugendgruppen kostenlos an.

 

Mehr über die Ausstellung sowie unsere aktuelle Bildungangebote als Druckversion finden sie hier.

 

Stadtrundgänge für Schulklassen und Jugendgruppen

 

Von der Konditorei zur Messtechnik. NS-Zwangsarbeit in Göttingen

Ein Stadtrundgang zu Fuß und/oder mit dem Fahrrad

 

Zur Arbeit gezwungene Männer, Frauen und Kinder aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten mussten in fast jedem denkbaren Wirtschaftsbereich arbeiten. Sie prägten das tägliche Bild in der Stadt Göttingen. Sie waren in fast jedem denkbaren Wirtschaftsbereich tätig, von Gaststätten und Hotels über die Mühle bis hin zum Krankenhaus und zur Munitionsfabrik, in kirchlichen Einrichtungen, Kommunen und Privathaushalten. Ohne sie wäre die deutsche Wirtschaft zusammengebrochen. Viele deutsche Betriebe haben von dem Einsatz ausländischer Zwangsarbeiter*innen wirtschaftlich profitiert.

Themen der Rundgänge sind: Zwangsarbeiter*innen im Göttinger Alltag, in Göttinger Kleinbetrieben wie Konditoreien, Bäckereien, Hotels etc., Zwangsarbeit in Eisenbahnbetrieben und Messtechnik-Unternehmen sowie Unterkünfte und Lager für Zwangsarbeitende.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Dauer: Zu Fuß in der Innenstadt | 1,5 Stunden
Dauer: Mit dem Fahrrad durch die West-/Südstadt | etwa 2,5 Stunden
Kosten: 60 € pro Gruppe bis zu 30 Personen

 

Zwangsarbeit in Duderstadt

Zwangsarbeit war das nationalsozialistische Verbrechen, das die größte Anzahl an Menschen traf. Zur Arbeit gezwungene Ausländer*innen waren in praktisch jedem Bereich der deutschen Kriegswirtschaft tätig und überall im Stadtbild präsent. Auf unserem Rundgang werden wir Orte aufsuchen, die diese Tatsache plastisch machen, und zeigen, dass Zwangsarbeit in Duderstadt auch jenseits des KZ-Arbeitskommandos am Euzenberg in vielfacher Form existierte.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Dauer: etwa 1,5 Stunden (Rundgang kann auf 2 Stunden angepasst werden)
Kosten: 60 € pro Gruppen bis zu 30 Personen

 

 

Medizin in Göttingen im Nationalsozialismus. Zwangsarbeitende als Personal und Patienten des alten Universitätsklinikums

Über das Gelände des alten Universitätsklinikums zwischen Goßlerstraße und Humboldtallee führt dieGeschichtswerkstatt Göttingen in die GöttingerKlinikumsgeschichte und die Entwicklung der Medizinischen Fakultät in der NS-Zeit ein. Stationen des Rundgangs werden u. a.: Zwangssterilisationen in der Frauenklinik, die Rolle von Hebammen in der NS-Zeit sowie Zwangsarbeiter*innen als Patient*innen und Personal im Klinikum. Zum Abschluss geht es um den (aktuellen) Umgang der Medizinischen Fakultät mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit.

Geeignet für: junge Menschen ab etwa 15 Jahren
Historische Vorkenntnisse: nicht erforderlich
Dauer: etwa 1,5 Stunden (Rundgang kann auf 2 Stunden angepasst werden)
Kosten: 60 € pro Gruppen bis zu 30 Personen

 

Eine Schulklasse bei einer Führung mit Günther Siedbürger.
Bildquelle: Lisa Grow



Gefilmte Interviews mit den Zeitzeugen*innen sowie Fotojournalistische Reportagen von Studierenden der Hochschule Hannover können an den Media Stationen betrachtet werden.
Bildquelle: Lisa Grow