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Polen in Deutschland

Bereits im September 1939 begann die Vertreibung der polnischen Bevölkerung aus den eingegliederten Gebieten. Insgesamt siedelten die deutschen Behörden in den Jahren 1939 bis 1942 aus diesen Gebieten ca. 860.000 Polen aus. Sie wurden entweder in das »Generalgouvernement« oder direkt zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert.

Die Massendeportationen zur Zwangsarbeit nach Deutschland erfassten auch die Bevölkerung des »Generalgouvernements«. Der Versuch der deutschen Besatzungsbehörden, Arbeitskräfte »freiwillig« anzuwerben, scheiterte, so dass die Anwerbungen ab Mitte 1940 gewaltsam unter Einsatz der Polizei durchgeführt wurden. Die Verweigerung der Arbeitspflicht wurde mit der Deportation in ein Konzentrationslager und in besonderen Fällen gar mit dem Tod bestraft. Gleichzeitig fanden in Großstädten großflächige Straßenrazzien zur Beschaffung weiterer Arbeitskräfte statt. Schätzungsweise wurden bis 1945 ca. 2.800.000 polnische Bürger zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert und in allen Zweigen der deutschen Wirtschaft beschäftigt. Außer den zivilen polnischen Zwangsarbeitenden waren in der deutschen Wirtschaft etwa 300.000 polnische Kriegsgefangene eingesetzt.

Die polnischen Zwangsarbeitenden wurden aus dem System des deutschen Arbeitsrechts ausgeschlossen. Sie besaßen nicht die gleichen Rechte wie deutsche Arbeiter. Sie verdienten im Vergleich zu Deutschen, die die gleiche Tätigkeit ausübten, viel weniger. Alle Zwangsarbeitenden aus Polen waren verpflichtet, auf der rechten Brustseite ein Zeichen mit dem Buchstaben »P« zu tragen. Alle Regelwidrigkeiten bei der Arbeit wurden mit der Einlieferung in ein Arbeitserziehungs- oder gar in ein Konzentrationslager bestraft.

Polnischen Zwangsarbeitenden war es verboten, ihren Arbeitsort zu verlassen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, am Gottesdienst und an jeglichen Festen teilzunehmen, Kinos, Theater und Restaurants gemeinsam mit Deutschen zu besuchen. Sexuelle Kontakte mit Deutschen wurden mit dem Tod bestraft. Kinder von Zwangsarbeitenden durften die Schule nicht besuchen und mussten ebenfalls arbeiten.

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Internes Rundschreiben über die Pflichten polnischer Arbeiter, Datum unbekannt:

Quelle: Fundacja Polsko-Niemiecki Pojednanie (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung)

 

Merkblatt: »Wie verhalten wir uns gegenüber Polen?« Polenfeindliche Flugblätter wie diese wurden allerorten in Deutschland verteilt.

Quelle: Historisches Museum Hannover, VM 36360


Quelle:
Fundacja Polsko-Niemiecki Pojednanie (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung)


Quelle:
Fundacja Polsko-Niemiecki Pojednanie (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung)/ David Rojkowski


Quelle:
Fundacja Polsko-Niemiecki Pojednanie (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung)/ David Rojkowski


Quelle:
Südhannoversche Zeitung, 21.8.1941/ Karl-Heinz Splisteser, Echte