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Stationen (Auszüge aus der Ausstellung)

Die Ausstellung besteht aus 13 thematischen Stationen, die auf den folgenden Seiten kurz vorgestellt werden.

Etwa 13,5 Millionen ausländische Arbeitskräfte und Häftlinge von Konzentrationslagern und ähnlichen Haftstätten verrichteten zwischen 1939 und 1945 Zwangsarbeit auf dem Gebiet des „Großdeutschen Reichs“. Davon waren etwa 8,4 Millionen Zivilarbeiter – also keine Kriegsgefangenen – und 1,7 Millionen Häftlinge aus Konzentrationslagern, Ghettos und ähnlichen Lagern. Kleine Kinder wurden ebenso zur Arbeit gezwungen wie Greise.

Mehrere zehntausend Menschen aus den besetzten europäischen Ländern befanden sich zwischen 1939 und 1945 in Südniedersachsen. Angeworben, dienstverpflichtet oder gewalttätig deportiert – einmal hier, konnten sie nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren: Sie mussten Zwangsarbeit leisten. Nach dem Krieg verliefen sich ihre Schicksale in viele verschiedene Richtungen.

Die Ausstellung "Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945" greift die losen Fäden, die sich über Europa spannen, nun wieder auf und knüpft dabei zugleich ein neues Netz: Partner aus Polen, den Niederlanden, Italien und Deutschland arbeiten zusammen und berichten aus verschiedenen Perspektiven von den Erlebnissen und Schicksalen ehemaliger Zwangsarbeitender in Südniedersachsen.

Und die Betroffenen aus verschiedenen Ländern erzählen in der Ausstellung selbst, was ihnen widerfuhr. Die Lebensgeschichten beginnen mit der Zeit der Kindheit und Jugend vor dem Zweiten Weltkrieg, gehen den Wegen der Verschleppung aus Ost, West und Süd nach, bündeln sich dann für eine Weile in Südniedersachsen bei den verschiedenen Stationen von Zwangsarbeit, bevor sie für sehr unterschiedliche Lebenswege auseinandergehen. In Filminterviews gewähren die Menschen den Besucherinnen und Besuchern weiteren Einblick in ihr Leben.

Konzeption und Realisierung der Ausstellung durch:

Geschichtswerkstatt Duderstadt e.V. | Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. | Fundacja „Polsko-Niemieckie Pojednanie“/ Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“, Warszawa (Warschau), Polen | Istituto di Storia Contemporanea „Pier Amato Peretta“ Centro di Ricerca „Schiavi di Hitler“, Como, Italien | Stichting Deportatie Oktober 1944 Noord-en Midden-Limburg, Helden, Niederlande | Fachhochschule Hannover, Fakultät III – Medien, Information und Design | Dezernat Forschung und EU-Hochschulbüro, Leibniz Universität Hannover | Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Universität Erlangen-Nürnberg